GfWM-Fachgruppe „Strategisches Kompetenzmanagement“ gründet sich 2014 in Erfurt

In Erfurt traf sich die Fachgruppe „Strategisches Kompetenzmanagement“ der Gesellschaft für Wissensmanagement erstmalig zu einem gemeinsamen Arbeitstreffen. Zu den Gründungsmitgliedern zählten Prof. Dr.-Ing. Matthias Dahlmeyer, Dr. phil. Kai Reinhardt sowie Georg Schnauffer.

Über die Fachgruppe

Das gemeinsame Ziel der Fachgruppe ist es, eine interdisziplinäre „Plattform“ zum Austausch im Bereich Strategisches Kompetenzmanagement zu etablieren. Das Ziel ist es, den Stellenwert, den Kompetenzmanagement für die Gesamtwirtschaft und Gesellschaft hat, thematisch zu vertiefen und eine gemeinsame Position für die GfWM im politischen wie auch gesellschaftlichen Diskurs zu vertreten. Dabei vertreten wir generell eine progressive und zukunftsorientierte Sicht auf das Ziel der Weiterentwicklung des Kompetenzmanagements, die über ein konventionelles, personaladministrativ und bildungstheoretisch geprägtes Bild im Umgang mit Kompetenz hinausgeht.


Mitgliedschaft beantragen

Sie haben Interesse an einer Mitgliedschaft? Sie sind ein Experte in diesem Themenkomplex? Dann freuen wir uns auf Ihren Antrag auf eine Mitgliedschaft. Bitte senden Sie Informationen zu Ihrem Hintergrund und Ihrem speziellen fachlichen Interesse an die E-Mail-Adresse kompetenzmanagement@gfwm.de unter Angabe Ihrer GfWM-Mitgliedsnummer.


Ziele und Ergebnisse des Treffens

Ziel des Treffens war es, zunächst ein gemeinsames Verständnis von Kompetenzen, Kompetenzentwicklung und einem Kompetenzmanagement der Zukunft zu entwickeln. Auf Grundlage dieser Diskussion sollte ein erstes Selbstverständnis der Fachgruppe entwickelt werden, das für die weitere fachliche und inhaltliche Arbeit der Gruppe die weitere Grundlage darstellt.

Auszug aus den Ergebnissen des Treffens der Fachgruppe "Strategisches Kompetenzmanagement 2.0"; Erfurt im März 2014

Auszug aus den Ergebnissen des Treffens der Fachgruppe „Strategisches Kompetenzmanagement 2.0“; Erfurt im März 2014

Im Ergebnis der Sitzung konnte sich die Fachgruppe auf einige wesentliche Aspekte zum Verständnis des Kompetenzmanagements einigen – wohlwissend, dass es im Feld des Kompetenzmanagements keine finiten Definitionen geben kann. Im Folgenden sind einige zentrale Ergebnisse der definitorischen Diskussion umrissen:

Kompetenz steht aus Sicht der Fachgruppe grundlegend für die unterschiedlichen Möglichkeiten, das Potenzial einer Person oder Organisation zu beschreiben, wie sie in einer bestimmen Situation handelt und wie durch den Einsatz der Fähigkeit ein ökonomischer oder sozioökonomischer Wert generiert wird.

Kompetenzmanagement wird als systemischer Gattungsbegriff verstanden, der alle, meist ökonomisch intendierten, Aktivitäten subsumiert, durch die Kompetenzen gemanagt, verwaltet, identifiziert, zielgerichtet aufgebraut, weiterentwickelt und eingesetzt werden. Im engeren Sinne ist Kompetenzmanagement jedoch nicht mit verwandten Konzepten des theoretischen Wissensmanagements gleichzusetzen. Vielmehr soll ein Kompetenzmanagement sich vor allem die Möglichkeiten subsummieren, Mensch und Handlung miteinander aus einer ökonomischen Sicht heraus stärker zu berücksichtigen. Kompetenzmanagement wird insofern als anwendungsorientiertes Instrumentarium verstanden, mit dem ideale Rahmenbedingungen für die Selbstorganisation von Kompetenzträgern geschaffen werden.

Im Verlauf der Diskussion wurde zudem der Begriff des integrierten Kompetenzmanagements weiterentwickelt und sich auf eine Arbeitsdefinition verständigt. Integriertes Kompetenzmanagement erfasst demzufolge alle Aspekte, mit denen die unterschiedlichen Aspekte der anwendungsorientierten Kompetenzarbeit verstanden werden. Der Begriff versucht, die folgenden Teilbereiche miteinander zu verbinden

1) Verständnis zu den Rollen und deren Transaktionen im Kompetenzmanagement. Dies beinhaltet u.a. die Rollen des Kompetenzvermittlers (z.B. Ausbildungsinstitutionen), der Kompetenzträger (lernende Individuen) sowie der Kompetenzverwerter (lernende Organisationen). Das Rollenverständnis ist dabei nicht auf einen Institutionenkontext beschränkt, sondern inkludiert alle gesellschaftlichen, institutionellen und politischen Ebenen, die eine bestimmte Funktion bzw. Rollen im Kompetenzmanagement übernehmen.

2) Kontext des der verschiedenen Anwendungsdimensionen von Kompetenz („Kompotenzportfolio“). Die Fachgruppe kommt überein, dass ein integratives Kompetenzmodell der Zukunft Kompetenz-Repräsentationen sowohl durch semantische Vernetzung als auch aus Kommunikation ad hoc / emergente Auswertung berücksichtigen sollte.

3) Kontext der Systematiken zur Implementierung von Kompetenz im Sinne der Kompetenzmodelle und technischen und technologischen Subsysteme, die ein Kompetenzmanagement in einem organisatorischen und institutionellen Kontext ermöglichen („Enabler“)

Das durch die Fachgruppe entwickelte „Weltbild“ wird nun als Grundlage dafür dienen, um an einem ausführlicheren Strategiepapier zu arbeiten, das seitens der GfWM im wissenschaftlichen und praktischen Diskurs eingesetzt wird.