GfWM-Stammtisch Mittelfranken am 24.7.08: Der Human- und Teamfaktor in Wissensgenerierung und –management.
Das Thema weist mal deutlich auf die menschlichen Rahmenbedingungen hin, die Wissensmanagement überhaupt erst ermöglichen. Die Referentin und der Referent haben sich redlich bemüht, die Bedeutung von einem guten Miteinander in Organisationen zu begründen, und dabei auch gleich ein paar Möglichkeiten aufzuzeigen, wie das denn zu bewerkstelligen sei. Beispiele aus ihrer Trainer- und Coaching-Praxis gab es gleich mehrere.
Irgendwie hat mich das gestern zu der Grundfrage gebracht: Was ist eigentlich anders, wenn wir die Entwicklung einer Organisation aus der Sicht des Wissensmanagements betrachten?
Mir stellt sich das etwa so dar: Organisationen haben sich schon immer entwickelt – und wohl meist aus eigener Kraft. Nur wird dies oft nicht besonders registriert. Im Falle einer externen Begleitung (z.B. über Trainings) wird die Entwicklung ja bewusst angestrebt und damit eher wahrgenommen. Den „Externen“ hat man dabei die Rolle zugewiesen: Zeigt uns was wir besser machen müssen, wie wir uns ändern können.
Mit Wissensmanagement gehen wir aus meiner Sicht einen ganz anderen Weg. Zunächst gilt die Annahme, dass in der Regel genügend Know-how und Kompetenz in der eigenen Mannschaft steckt, um fast alle Entwicklungen selber zu schaffen. Es braucht meist auch keinen Externen, der sagt was besser sein müsste, oder wie man das machen sollte. Das wissen die betroffenen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen selbst am besten. Wissensmanagement schafft eher den Rahmen, in dem sich dieses Potential entfalten kann. Und das ist gerade nicht der übliche Trainingsansatz. Das ist eher eine typische Führungsaufgabe, bei der es intern darum geht, die eigenen Mitarbeiter so zu unterstützen, dass sich deren Potentiale in steigende Kompetenzen wandeln können, die wiederum hilfreich fürs Geschäft sind.
Eine wahrlich große Aufgabe für Wissensmanager, die auf diese Selbst-Entwicklungskräfte in Organisationen bauen, und alle – Führungskräfte wie Mitarbeiter – beim Schaffen der richtigen Rahmenbedingungen unterstützen.
Danke für diesen Gedankenanstoß gestern den beiden Vortragenden, Evelyn Peppler und Rolf Gärtner!
Karlheinz Pape
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