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Abschlusskonferenz des Beteiligungsprozesses zu Arbeit 4.0

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) lud ein
Arbeit 4.0 – Der Beteilungsprozess

Tanja Krins & Stefan Rehm

Die Abschlusskonferenz – mit fünf(!) Podiumsdiskussionsrunden, leider nicht interaktiv, sondern ganz althergebracht  ohne Einbindung der Teilnehmer – am 29. November 2016 in Berlin wurde durch die Ministerin für Arbeit und Soziales, Andrea Nahles, eröffnet. Dabei wurde das Weissbuch - Arbeiten 4.0 mit dem Untertitel "Arbeit weiter denken" als Diskussionsentwurf der Öffentlichkeit vorgestellt.
Grundmotivation für den 588 Tage dauernden Dialogprozess Arbeit 4.0, der durch das BMAS angeregt worden ist, war die Überzeugung, dass einzelne Projekte noch keine neue Arbeitskultur im Wandel in der Arbeitswelt schaffen. Auch mit Silodenke lassen sich keine Lösungen finden, allerdings fand der erkannte ressort-übergreifende Ansatz in dem bislang realisierten Prozess keine sichtbare Berücksichtigung.

Die Leitüberlegungen des BMAS orientieren sich an den Flanken Sicherheit + Flexibilität, die in eine „gute“ Balance zu bringen sind. Drei Themenfelder stehen dabei im zentralen Focus: (1) Arbeitsschutz vor Dauerbelastung und Entgrenzung, (2) Respekt vor Lebenswirklichkeit der Beschäftigten, d.h. mehr Flexibilität, mehr Möglichkeiten, in Vollzeitbeschäftigung zurückzukehren und (3) ein Wahlarbeitszeitgesetz als Rahmen für innerbetriebliche Festlegungen und flexible Lösungen ausgestattet mit gesicherten Ruhezeiten, maximalen Arbeitszeiten, Gefährdungsbeurteilungen und Arbeitszeiterfassung.

Insgesamt hat das Thema (Weiter-)Bildung und Qualifizierung immer wieder Raum in den Diskussionen eingenommen. Doch insbesondere von Gewerkschaftsseite wurde ein Recht auf Weiterbildung eingefordert, mit einer daraus möglicherweise folgenden „Nationale Weiterbildungskonferenz“. Die Ministerin stellte insbesondere die Idee eines „persönliches Erwerbslebenskontos“ als weitere Gestaltungsoption vor. Dieses wird beim Start in das Erwerbsleben eröffnet und ist vergleichbar mit jüngst in Frankreich diskutierten Überlegungen.

Das angekündigte Weissbuch trägt derzeit noch den Hinweis „Diskussionsentwurf“. Somit ist heute nichts alternativlos und der Dialog geht weiter. Die klare Botschaft lautet dabei: Wir können den Wandel gestalten. Die Zukunft ist nicht determiniert, sondern kann noch (!) mitgestaltet werden!

Diese offene Haltung beinhaltet auch die Sicht über den deutschen Tellerrand hinweg. Entsprechende internationale Videobotschaften zur Konferenz, vor allem seitens des Generaldirektor der ILO (International Labour Organization) und des niederländischen Vizepremierministers, skizzierten bereits einen erweiterten Diskussionsblickwinkel.

Die bisherigen Gedanken und Beiträge der GfWM, eingebunden in zwei Expertenpanels, Hintergrundgespräche und mit einem Impulspapier zum Weissbuch, sind ebenfalls weiter gefasst und gehen über all diese Überlegungen hinaus und deuten konkretere Handlungsoptionen an. Im Rahmen der Facharbeitsgruppen „Digitale Transformationsprozesse“ und „Strategisches Kompetenzmanagement“ wird die GfWM das Thema Arbeit 4.0 weiter verfolgen und Anknüpfungspunkte im Wandel der Arbeitswelt versuchen zu vermitteln.

Haben Sie Beiträge, Erfahrungen und konkrete Anregungen zum Thema?
Bringen Sie sich ein. Sie sind herzlich eingeladen! Schicken Sie eine Email.

Zum Arbeit 4.0 – Der Beteilungsprozess des BMAS hier.